[Bildquelle: © Daniela Strässle | fotostrada.ch]
, Röthlin Thomas

Erfolgreiche "Wasseramsler" am Vogelbestimmungswettbewerb

Mit 68 Vogelarten holen sie die frühaufstehenden "Wasseramslerinnen" den Sieg.

 

Früher Start für die Vogelvielfalt

Brunnen, 15. Juni 2025 – Schon in aller Herrgottsfrühe machten sich am Sonntagmorgen 44 ornithologisch begeisterte Naturfreunde auf den Weg, um am kantonalen Vogelbestimmungswettbewerb von BirdLife Schwyz teilzunehmen. Pünktlich um 6.00 Uhr fiel der Startschuss – Ziel war es, bis 12.00 Uhr mittags möglichst viele Vogelarten im Kanton Schwyz zu entdecken und korrekt zu bestimmen.

Die vier teilnehmenden Sektionen BirdLife Siebnen, BirdLife Ausserschwyz, OV Gersau und NVV Wasseramsel Innerschwyz hatten dabei freie Wahl bei der Routenplanung. Die einzige Auflage: Fortbewegung durfte ausschliesslich zu Fuss, mit dem Velo oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erfolgen – ganz im Sinne eines umweltfreundlichen Wettbewerbs.

Beobachtungen und besondere Funde

Die sechs Stunden wurden von den Teams intensiv genutzt. Die Vielfalt der insgesamt 93 beobachteten Vogelarten war durchschnittlich – neben den häufigeren Singvögeln und Wasservögeln konnten auch einige ornithologische Raritäten gesichtet werden. So berichteten Teilnehmende von Sichtungen des Kiebitz, des Dreizehenspechts sowie des Kleinspechts – allesamt Arten, die im Kanton nicht alltäglich anzutreffen sind und entsprechend für Freude bei den Vogelbeobachtenden sorgten.

Unterwegs mit der Sektion Wasseramsel

Die Sektion Wasseramsel Innerschwyz startete ihre Exkursion um 06.15 Uhr beim Bahnhof Goldau – just in dem Moment, als die ersten Sonnenstrahlen die umliegenden Hügel erleuchteten. Bereits am Startpunkt konnten zahlreiche Arten beobachtet werden. Zu elft wanderte die Gruppe Richtung Goldseeli, wo sich Pius Kühne anschloss und die Teilnehmenden durch sein Revier im Sägel bis nach Lauerz führte. Unterwegs konnten unter anderem drei Kiebitze beim Abflug beobachtet werden – ein besonderes Highlight.

Nach einer kurzen Busfahrt nach Seewen stiessen um 08.30 Uhr fünf weitere Personen zur Gruppe. Ein Abstecher zum nahegelegenen Steinbruch brachte spannende Beobachtungen: Während einige Felsenschwalben beobachteten, entdeckten andere eine Zwergdommel, die unvermittelt in Richtung See aufflog. Der anschliessende Aufstieg zur Schränggigen wurde mit der Sichtung eines Kleinspechts und junger Turmfalken in einem Nistkasten belohnt. Beim Abstieg überraschte ein kurzer Regenschauer, der aber rasch überstanden war – unter einem Baum abgewartet und schon zeigte sich wieder die Sonne. Entlang der Muota führte der Weg schliesslich zum Vierwaldstättersee, wo zwar kaum noch Vögel zu entdecken waren, aber von weitem die Tour de Suisse vorbeizog – ein ungeplanter, sportlicher Kontrast zur stillen Vogelbeobachtung.

Der gemeinsame Endpunkt aller vier Gruppen war das kantonale Naturschutzgebiet Hopfräben in Brunnen, wo pünktlich um 12.00 Uhr das Beobachtungsfenster geschlossen wurde. Dort versammelten sich die Gruppen zu einem gemütlichen Abschluss mit Austausch über die Erlebnisse des Morgens. Die Sektion Wasseramsel Innerschwyz wurde mit 68 beobachteten Arten zum Tagessieger gekürt. Thomas Röthlin wartete bereits mit seinem Sohn auf die Gäste. Der Grill war eingeheizt und die vom Verein Wasseramsel bereitgestellte Verpflegung reichte erfreulicherweise trotz zahlreicher Gäste genau aus. Der Tag klang in entspannter Atmosphäre aus – einige liessen es sich nicht nehmen, den gelungenen Wettbewerb mit einem erfrischenden Bad im See zu krönen.

Gemeinsamer Einsatz für die Vogelwelt

Martin Hess, Präsident von BirdLife Schwyz, zeigte sich erfreut über die rege Beteiligung:
„Es ist schön zu sehen, wie viele Menschen sich mit Herzblut für unsere Vogelwelt einsetzen und den frühen Sonntagmorgen in der Natur verbringen. Der Wettbewerb vereint Freude an der Artenvielfalt mit einem wichtigen Beitrag zum Monitoring unserer heimischen Vögel. Leider zeigt sich allerdings auch aus den Zahlen der letzten 30 Jahren, dass die Vielfalt der Vogelarten auch im Kanton Schwyz deutlich zurück geht.“

Der Wettbewerb soll in zwei Jahren wieder durchgeführt werden – mit hoffentlich ebenso spannenden Beobachtungen und noch mehr Teilnehmerinnen und Teilnehmern.